Archiv für April 2010

Schuhputzer in Berlin

Freitag, 09. April 2010

Berlin ist ja bekanntlich immer eine Reise wert und wie in jeder Stadt, in welcher ich mich aufhalte, habe ich mich auch in Berlin nach Schuhputzern erkundigt. Also, habe ich so einen Touristenbus der Berlin City Tour an der Haltestelle Brandenburger Tor bestiegen und den freundlichen Stadtführer aus Berlin einfach danach gefragt.

Ich hatte nicht erwartet, dass er auf diese Frage eine Antwort hat und war ziemlich überrascht, als er mir doch tatsächlich einen Tipp geben konnte. Das Beste daran war, dass der Bus auch noch direkt vor dem Gebäude hält. Ich habe also die geführte Stadtrundfahrt in einem Doppeldecker Bus genossen und bin dann an der Haltestelle Europa Center ausgestiegen.

Der Schuhputzer ist gleich im Erdgeschoss des Europa Centers und sehr leicht zu finden, MANN läuft praktisch daran vorbei. Ich habe mich dann gleich auf dem Thron niedergelassen, einem Konstrukt aus massiven Holz, welches zurecht seinen Namen trägt und dann ging es auch schon los.

Der Schuhputzer heißt Ahmet und macht diese Arbeit bereits seit über 20 Jahren am gleichen Ort im Europa Center. Er hat in seiner Auslage jede Menge an Pflegemitteln von bekannten Markenherstellern, aber meine schwarzen Herrenschuhe wollte er mit einem Mittel aus einem dunklen Topf reinigen. Als ich ihn fragte, warum er nicht die Reinigungsmittel der Markenhersteller verwendet, erklärte er mir, dass dieses Mittel viel besser sei. Er registrierte meinen skeptischen Gesichtsausdruck offensichtlich, unterbrach die angefangene Reinigung meiner Schuhe und zeigte mir eine Mappe mit Autogrammkarten von (wirklich) berühmten Menschen.

Ahmet erklärte mir, dass er die Schuhe aller dieser Personen mit seinem “Spezialmittel” gereinigt hat und dies zur vollsten Zufriedenheit seiner Kunden, was die persönlichen Widmungen ja belegen würden. Derart beeindruckt beziehungsweise fast schon etwas eingeschüchtert, lies ich ihn also gewähren und nach 10 Minuten strahlten meine Herrenschuhe wieder wie neu.

Sein “Spezialmittel” besorgt er sich einmal jährlich in der Türkei. Der Preis von 10 Euro, welchen ich für die Reinigung meiner Herrenschuhe bezahlte, ist schon hoch. Aber vielleicht habe ich auch einen “Touristenzuschlag” bezahlt, aber wie dem auch sei, ich habe das Geld gerne ausgegeben: Für die Reinigung und Pflege meiner Schuhe und ein nettes Pläuschchen mit einem Schuhputzer in Berlin.

Der Norweger – Der Herrenschuh, der aus der Kälte kam.

Sonntag, 04. April 2010

Norweger Herrenschuh
Das Herrenschuhe nach Städten benannt werden ist ja bekannt, wie zum Beispiel der Budapester oder der Wiener. Aber das ein ganzes Land als Namensgeber für einen Herrenschuh dient ist in der Tat ungewöhnlich.
Das Haupterkennungsmerkmal der Norweger Schuhe ist die an der Schuhspitze mittig gesetzte Naht, welche den Herrenschuh in zwei Hälften teilt und auch als “Split-toe” bezeichnet wird. Der Schaftschnitt des Norweger ist dem eines Derby sehr ähnlich, wie auch die offene Schnürung. Die Naht ist entweder sehr wulstig und auffallend und gibt dem Norweger ein sehr rustikales Erscheinungsbild, oder aber wie beim Französischen Norweger dezent.

Woher hat der Norweger aber seinen Namen?

Ursprünglich waren die Nähte dieser Herrenschuhe außen nicht sichtbar, da diese im Inneren der Schuhe verlief. Diese Art der Schuhkonstruktion machte den Norweger fast wasserdicht und somit zum perfekten Arbeitsschuh für die norwegischen Fischer, welchen diesen letztlich den Namen gaben. Genau genommen sind aber die Ureinwohner der polaren Regionen die Erfinder dieser Schuhart, welche immer original zwiegenäht gefertigt wurden.

Wozu trägt MANN einen Norweger?

Der Norweger passt auf keinen Fall zum Anzug und jeder, der die Geschichte dieses Herrenschuhs kennt, weiß auch den Grund. Abhängig von der weiteren Ausführung des Norweger ist er der ideale Herrenschuh zu legeren Kombination oder Freizeitkleidung.