Geklebte Herrenschuhe sind eine weitere Machart bei den Herrenschuhen. Die Erfindung des Italieners Dr. Rampichini um 1910 revolutionierte die Herstellung von Herrenschuhen wie niemals zuvor und auch nicht mehr danach bis heute. Er entwickelte einen Klebstoff, der es erstmals ermöglichte, die verschiedenen Lederschichten einer Laufsohle mittels Klebers fest und dauerhaft zu verbinden.
Diese Entdeckung läutete zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bereits den Niedergang der genähten Herrenschuhe ein. Im Laufe der nächsten Jahre wurde der Klebstoff immer weiter entwickelt und verbessert, so dass ab den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts auch flexible Sohlenverbindungen möglich waren.
Diese Entwicklung war der Beginn der Massenfertigung von Herrenschuhen und es war möglich geworden die hochwertigen, aber teuren Ledersohlen durch billige Kunststoffsohlen zu ersetzen. Geklebte Herrenschuhe werden auch als AGO Schuhe bezeichnet, wobei AGO die Abkürzung des englischen Begriffes Another Great Opportunity bedeutet. Damit ist also die Klebemachart von Schuhböden gemeint und bedeutet übersetzt “Eine andere große Möglichkeit”.
Der Herstellungsaufwand von geklebten Herrenschuhen ist wesentlich geringer als bei den genähten Modellen und beim Einsatz von billigen Kunststoffsohlen können die Herstellungskosten nochmals drastisch reduziert werden. Die Masse der heute in Deutschland verkauften Herrenschuhe ist in dieser Art hergestellt, entweder mit Laufsohlen aus Leder oder dem billigeren Kunststoff.
Geklebte Herrenschuhe haben zwei große Nachteile: Zum einen muss im Falle einer abgenutzten Laufsohle, diese mit hohen Kraftaufwand und durch den Einsatz von Lösungsmitteln entfernt werden und zum anderen kann die Feuchtigkeit nicht nach außen abwandern. Daran ändert auch der Einsatz von Ledersohlen nichts, da durch die großflächige Verwendung von Klebstoff eine Art Dampfsperre entsteht und Fußschweiß nicht durch die Laufsohle nach außen entweichen kann.



